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Hallo liebe Fans!

Hier könnt Ihr lesen, was ich schon alles beim Neusser EV erlebt habe und wie ich überhaupt hier ins Rheinland gekommen bin. Und wer mag, kann mir auch eine E-Mail schreiben.



Nun möchte ich mich mal bei Euch vorstellen und erzählen, wie ich nach Neuss gekommen bin: Nachdem meine Zeit als Aupair-Löwe bei Siegfried und Roy in Amerika zu Ende war, wollte ich mir größere Ziele im Leben setzten. Und was bietet sich da mehr an als Eishockey? Es war ein heißer Sonnentag im August 2004, als ich mich auf den Weg machte, um in der großen deutschen Eishockeywelt ein neues Arbeitsfeld zu finden. Viele Stationen in ganz Deutschland standen auf meinem Plan, denn bekanntlich gibt es doch so einige Löwen, die sich auf dem Eis tummeln. Der erste Stopp war natürlich beim derzeitigen DEL-Meister, den Frankfurter Lions. Oh weia, dass hat mich Überwindung gekostet. Doch auch ohne DEL-Erfahrung und ohne diverser Qualifikationen bewarb ich mich auf die Stelle als Maskottchen. Die Antwort begann mit "Leider, ..." und endete mit "... dennoch wünschen wir Ihnen für Ihre sportliche Laufbahn alles Gute." Hmmm, naja - war ein Versuch wert. Einen Besuch in Düsseldorf habe ich mir bewusst verkniffen, denn dort arbeitet mein Kumpel und Kollege Düssi. Somit hatte sich das Thema DEL für mich sehr schnell erledigt. Etwas gestutzt hatte ich noch in Hamburg bei den Freezers, denn wie sieht eigentlich ein Freezer aus? Aber eine Gefriermaschine Namens Kühli wollte ich nun wirklich nicht sein. So fuhr ich einfach weiter und das neue Ziel hieß Regionalliga. Und dort ging es dann eigentlich ganz schnell. Ich fuhr die Abfahrt Reuschenberg raus und sah den Südpark und die Vereinsfarben ROT und WEISS und ich wusste gleich - jetzt bin ich am Ziel. Und so war es auch. Mit offenen Armen wurde ich empfangen von meinem neuen Arbeitgeber, meinem neuen zuhause - vom Neusser EV!

Tja, nun bin ich ja endlich angekommen und war auch schon mehrfach auf dem Eis. Rutschige Angelegenheit für einen Löwen, aber mit den nötigen Schlittschuhen ist das kein Problem für mich. Als Maskottchen ist man ja immer und überall für die Mannschaft unterwegs. Das Fotoshooting mit der Mannschaft war ja schon ein Happening für sich, aber als der Vorstand letztens an mich herantrat und sagte, "Leo, als Maskottchen musst Du auch das ganze Drumherum kennen und wissen, was für Arbeiten neben dem Sportlichen auch noch anfallen. Außerdem kannst Du dem Team etwas unter die Arme greifen.” So wusste ich wieder einmal so ganz und gar nicht, was da auf mich zu kommen sollte…Vor dem Training in der Eishalle bin ich direkt in die Kabine gegangen. Die Mannschaft war bereits dort und zog sich gerade um. Meine Güte, hab ich mich erschrocken, ich dachte erst, dass sei wegen Halloween, aber dann sagte man mir, dass die das immer tragen würden. Die waren alle nackt…, nein, nicht ganz nackt, die hatten so ein Dings, so ein…, ähm, Schälchen, so sah es wenigstens aus, umgebunden. Und hinten war nix, nur so ne Art String… Na ja, jetzt verstehe ich, warum die Groupies, so hat man mir erzählt, immer mit in die Kabine wollen…

Schweiß gebadet verließ das Team nach dem Training das Eis, zog sich in der Kabine wieder um. Jetzt begann mein Part. Es ist nur verständlich, dass regelmäßig die Trikots gewaschen werden müssen. Hossa, ja, das hatten die auch echt nötig. Schnell die Trikots eingesammelt und in die Waschmaschine gepackt, Waschmittel hinzugefügt, 90 Grad eingestellt und gestartet. Während die Wäsche lief, musste die Ausrüstung geordnet und gesichtet werden, ein Foto zeigt mich, wie ich die Schläger der Spieler sortiere. Gar nicht so einfach. Okay, nachdem das erledigt war, mussten noch einige Schlittschuhe nachgeschliffen werden. Allerdings habe ich noch etwas überlegt. Ich werde noch jede Menge Raumspray besorgen und jedem Spieler einen Wunderbaum an die Garderobe hängen. Ein Pumakäfig ist gegen den Gestank gar nichts!

Um unseren Lieblingssport von der Tribüne aus genießen zu können, ist eine Menge Arbeit seitens des Vereins und seiner Mitarbeiter, aber auch der vielen freiwilligen Helfer nötig. Das hat mich immer schon mal interessiert, was unsere Verantwortlichen hinter den Kulissen tun, um "die Geschichte am Laufen zu halten". Zu diesem Zweck bin ich einfach mal ohne Ankündigung in der Geschäftsstelle aufgetaucht. Jede Menge Aufgaben fallen dort an, einen richtigen Einblick konnte ich aber nicht gewinnen, weil so manches anders kommt, als man denkt... Beginnen sollte ich mit der täglichen Computerarbeit. Hier fallen Dinge an wie zum Beispiel die Kontrolle, ob die Mitgliedsbeiträge pünktlich eingehen, Listen zu pflegen oder die Post zu erledigen. Hierbei hat mir Lydia gezeigt, wie man vernünftig und ordentlich eine Mitteilung an die Mitglieder aufsetzt. Heike zeigte mir anschließend, wie man die Spielerpässe sortiert und dass man höllisch aufpassen muss, dass die Dokumente nicht ablaufen. Es gibt Punktabzüge, wenn man einen Spieler einsetzt, dessen Pass ungültig geworden ist. So begab ich mich an den Computer und hab stundenlang ich geschrieben. Komischerweise wurden alle plötzlich extrem hektisch. Dabei war mir nur langweilig geworden und ich wollte mal schauen, was in der 1. Eishockeyliga so anliegt. Praktischerweise gibt es auf der Tastatur eine Taste "DEL", mit der man wohl die Infos abrufen kann. Aber irgendwie funktionierte die Taste nicht richtig, selbst nach dem dritten Mal klicken tat sich nichts, dafür waren nun plötzlich die Listen weg, aber das machte wenigstens den Blick frei auf das Hintergrundbild, das Mannschaftsfoto! Nachdem mir dann aus unerfindlichen Gründen gesagt wurde, dass ich die heutige Arbeit in den Listen gelöscht hätte (völliger Humbug, wollte nur die DEL-Infos..., warum gibt es so eine Taste, wenn die nicht funktioniert???), hab ich mich dann doch diskret und schmunzelnd zurück gezogen. ;-)

Und wieder einmal habe ich von einem neuen Highlight im und um den Neusser EV zu berichten. Davon haben sicher schon viele Eishockey-Fans geträumt: einmal die Eismaschine fahren zu dürfen. Wie es der Zufall so wollte, sprach mich doch letztens unser Eismeister “Kalla” an, ob ich das nicht mal ausprobieren wolle, ich müsse allerdings ganz genau aufpassen und tun, was er mir sagt, weil das tatsächlich gar nicht so einfach ist. Ich war sofort Feuer und Flamme und versprach ihm natürlich, seinen Anweisungen wirklich genauestens Folge zu leisten...Schon bald war der große Tag da. Die öffentliche Eislaufzeit war beendet und das Eis musste gereinigt werden. Das hieß für mich endlich: Zamboni fahren!!

Unseren NEV-Nachwuchs habe ja auch schon oft besucht! Nun ja..., beim Fotoshooting mit der 1. Mannschaft wurde ich ja schon richtig herzlich begrüßt, stand im Mittelpunkt und konnte mich vor lauter Knuddelei fast gar nicht mehr retten. Aber dass sollte noch absolut gar nichts gegen den Empfang sein, den mir die Bambinis bereitet haben! Ich wusste gar nicht, dass so kleine Menschen so riesengroße Kulleraugen machen können! Ganz scheu betrachteten sie mich, sie wussten wohl nicht so ganz, was für ein großer lebendiger Kuschelteddy da Ihre Kabine betreten hatte. Auch bei den letzten beiden Saisoneröffnungen gab es eine Menge Spaß mit mir. Ich hatte sogar einen eigenen Malwettbewerb „Wer malt den schönsten Leo“. Man waren da schöne Bilder dabei.
 

Toll war auch mein Besuch bei Rheinfire im Sommer – der leider auch der Letzte war! :-(
Als im Juni 2007 die Einladung aus Düsseldorf kam, hatte ich mich zwar schon gefreut, wusste aber ehrlich gesagt nicht so ganz, was mich dort erwarten würde. Über 700 Cheerleader aus ganz NRW, rund ein Dutzend Kollegen von mir. Morgens um halb zwölf haben wir uns auf dem Parkplatz getroffen. Dort machte ich bereits Bekanntschaft mit "Alex" von der HSG Düsseldorf, ein toller Typ, und vor allem - ein Artgenosse! Nach und nach trafen auch die anderen Kollegen ein. Von Spongebob, über Emma (wow, was für eine dufte Biene ;-) bis zu dem Skoda Bär - es waren einige Maskottchen da und wir freuten uns auf die außergewöhnliche Aufgabe. Auf der Bühne haben wir dann den ganzen Fans so richtig eingeheizt – wusste gar nicht, dass ich ein so guter Tänzer bin. Nach dem "Aufwärmen" vor dem Stadion ging es dann in den Innenraum der Arena. Die ist schon beeindruckend und, naja, vielleicht ein kleines bisschen größer als unser Südpark. Dort trafen wir uns dann mit den 700 eingeladenen Cheerleadern.... ach, da waren ja schon nette Mädels dabei..... wobei ich ja zugeben muss, dass ich in dieser Nacht nur von Emma geträumt habe... aber egal. Das Spiel lief übrigens auch gut für Rheinfire, die knapp gegen Amsterdam gewannen. Also Leute, ich muss echt sagen, das war schon ein echtes Erlebnis - aber ich freue mich auch schon richtig doll auf unsere Eishockeysaison - besonders auf die winterlichen Temperaturen! An die habe ich mich nämlich längst gewöhnt, so dass ich zwischendurch ganz schön ins Schwitzen kam. Nach diesem tollen Tag war ich um so geschockter, als ich vom Ende der NFL-Europe hörte. Ohne Worte! Armer Burdie! Ich werde Rheinfire und die gesamte NFL niemals vergessen!